© 2019 by Marco Schütte | Fotografie | München

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Ein balzender und liebestoller Auerhahn im Chiemgau


Dieses Frühjahr hatte ich das Glück, Aufnahmen von einem balzenden Auerhahn bei bestem Licht zu machen, was nicht die Norm ist. Normalerweise balzen Auerhähne in den frühen Morgenstunden bis kurz nach Sonnenaufgang. Die Hauptbalz spielt sich dabei von etwa Anfang April bis Mitte Mai ab. Das heißt, man muss sich schon Mitten in der Nacht auf den Weg machen, um noch bei Dunkelheit unbemerkt am Balzplatz einzutreffen.


Dieser Auerhahn benahm sich ein wenig anders. Vermutlich durch eine hormonelle Störung verbringt er den ganzen Tag am Balzplatz. Jede Bewegung eines Tieres oder Menschen wird dabei kritisch und genau beobachtet. Der Hahn geht permanent davon aus, dass es sich bei den artfremden Lebewesens um Nebenbuhler handelt, die ihm den Balzplatz strittig machen wollen. Dabei scheut er auch vor Angriffen auf Menschen nicht zurück. Vor allem Mountainbiker haben seinen spitzen Schnabel schon häufig zu spüren bekommen. Dabei kann es durchaus zu Verletzungen an der Wade kommen.


Für einen "liebestollen" Auerhahn, wie er bei einem solchen Verhalten auch genannt wird, bedeutet die Hormonstörung permanenten Stress, der bis zum Tod führen kann: so mancher Wanderer hat aus lauter Verzweiflung schon zu seinen Wanderstöcken gegriffen und zurück geschlagen. Eine solche Konfrontation ist zum Wohl des Auerhahnes unbedingt zu vermeiden.


Man sollte dem Hahn immer ein paar Meter Freiraum lassen. Ein Angriff kündigt sicher meistens ein paar Sekunden vorher an. Dann schleunigst den geordneten Rückzug aufnehmen, auf keinen Fall mit Stöcken oder ähnlichem auf den Hahn einschlagen. Wenn der Hahn einen Wanderweg "besetzt" einfach ein paar Minuten warten, bis er seine Position ändert. Normalerweise tut er diese in regelmäßigen Abständen. Hunde eng an der Leine führen und stets auf der vom Hahn abgewandten Seite.


Aus sicherer Distanz oder einem Versteck beobachtet ist die Balz ein beeindruckendes Schauspiel. Um seinen Damen zu Beindrucken, vollführt der Hahn regelmäßig Balzsprünge, formt seine Stoßfedern zu einem Rad und singt dabei mehrere Strophen seines Balzgesanges.






Alle Bilder sind im Chiemgau entstanden. Kamera Canon EOS 5D IV mit Canon EF 500/4.

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