• Marco Schütte

Zur Hirschbrunft auf die Wasseralm im Nationalpark Berchtesgaden


Die Wasseralm (1.423 m) ist eine bewirtschaftetet Alpenvereinshütte, hoch über dem Obersee zwischen Hagengebirge und Steinernem Meer gelegen. Vom Bootsableger Salet am Königssee kann die Alm zu Fuß in etwa 4 Stunden und 850 Höhenmeter erreicht werden.


Der Obersee von Westen aus gesehen. Rechts oben die beiden Teufelshörner, an dessen Basis die Wasseralm liegt.

Die Almhütte wurde aus den Überresten der Jagdhütte von Herrmann Göring errichtet. Sie befindet sich inmitten seines ehemaligen Jagdgebietes in der Röth, das auch heute noch über einen sehr hohen Wildbestand verfügt. Göring war es auch, der das Steinwild im Hagengebirge aussetze. Von dort aus verbreitetet es sich über nahezu sämtliche Höhenzüge des heutigen Nationalparks. Göring ließ hierzu eigens eine Seilbahn errichten, um die Böcke auf den Berg zu transportieren. Die Überreste sind heute noch entlang des Röthsteigs sichtbar.


Der Obersee von Osten, im Hintergrund der Watzmann (in Wolken gehüllt).


Die Überreste der Bergstation der alten "Steinbock-Seilbahn" am Röthsteig.

In der Röth rund um die Wasseralm gibt es einen relativ hohen Rotwildbestand. Die Hirsche werden nicht bejagt und zeigen sich mit etwas Glück sogar über Tags den Gästen der Almhütte. Entsprechend lebhaft ist die Brunft von Mitte September bis Anfang Oktober. In dieser Zeit hört man bis zu einem Dutzend Hirsche rund um die Alm. Schlaflose Nächte sind garantiert!


Eine alte Forsthütte an der Wasseralm.


Ausblick auf die Wasseralm, die zugleich der zentrale Brutplatz der Rothirsche in der Röth ist.

Dieses Jahr sollte alles ein wenig anders sein. Die andauernde Trockenheit und die Hitze liessen die Hirsche erst in der kühlen Dämmerung austreten. Wo es Mitte September normalerweise die ersten Fröste gibt, herrschten dieses Jahr auch Nachts noch Temperaturen jenseits von 15 Grad und mehr. Lediglich ein paar Stück Kahlwild (weibliches Rotwild) zeigten sich im guten Licht. Die Hirsche stimmten zwar ab ca. 17 Uhr ihr beeindruckendes Konzert an, liessen sich aber erst im Dunklen auf den Freiflächen blicken.


Ein altes Alttier durchquert die Wasserflächen der Wasseralm.


Das selbe Alttier. Das ruppige Fell deutet den Haarwechsel an. Das rote Sommerhaar schwindet und macht dem grauen Winterhaar platz.


Der starke Platzhirsch ist im Dunklen nur zu erahnen. Seine Stimme dagegen ist mehr als deutlich zu vernehmen.


Es lohnt sich, die Nachbarberge mit dem Fernglas abzusuchen: ein Steinbock im Abendlicht auf dem großen Teufelshorn.


Ein weiterer Steinbock zeigt sich nach Sonnenuntergang am Westhang des großen Teufelshorn.


Alttier und Kalb am Morgen. Die Hirsche waren leider längst eingezogen. Das Konzert hallte allerdings noch bis ca. 10 Uhr durch die angrenzenden Wälder und Schluchten der Wasseralm.

Von der Wasseralm aus lassen sich zahlreiche wunderschöne Ecken im Hagengebirge und Steinernem Meer ansteuern. Zu empfehlen seien Schwarzsee, Grünsee und Funtensee. Mit ein wenig Glück lassen sich auf dem Weg dorthin Hirsche und Gämse beobachten.


Gamskitz im herbstlichen Lärchenwald.


Gamsbock oberhalb vom Grünsee.


Der Grünsee, einer der schönsten Flecken ganz Deutschlands.


Blick vom Halsköpfl auf Sankt Bartholomä am Königsee.


Der Abstieg über den Röthsteig mit einem letzten Blick auf Obersee, Königsee und Watzmann. Die Nase mit der kleinen Alm links oberhalb der beiden Seen ist das Halsköpfl, von dem das vorherige Bild geschossen wurde.

Alle Landschaftsbilder wurden mit einer Leica Q, die Fotos mit Wildtieren mit einer Canon EOS 5D Mk IV mit einem Canon EF 500/4 II USM aufgenommen.

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© 2019 by Marco Schütte | Fotografie | München

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